Kartenfestival in Wriezen: Templin gewinnt 7-Tore-Spektakel

23. November 2025

Vor zwei Wochen reiste der SCV zum Stadion Am Bockberg, um gegen den FSV Blau-Weiß aus Wriezen anzutreten. Man spielte auf bestem Rasen bei Sonnenschein vor 177 Zuschauern. Alles war also für einen Auswärtssieg angerichtet.

Nach einer ausgeglichenen und ereignislosen Anfangsphase verdiente sich Templin in der 26. Minute eine Ecke. Die Flanke wurde zunächst geklärt. Rodenhagen erhielt den zweiten Ball an der Sechzehnerkante, legte sich die Kugel vor und schlenzte sie überlegt ins lange Eck. Lange hielt die Führung nicht. Nur drei Minuten später spielte Eisenecker einen Fehlpass im eigenen Strafraum. Die Blau-Weißen nahmen das Geschenk an und glichen aus. In der 36. Minute verhinderte unser Schlussmann den erneuten Einschlag und wehrte aus kurzem Winkel ab. In der Nachspielzeit der zweiten Hälfte ging die Victoria erneut in Führung. Vetter holte einen Freistoß rechts des Sechzehners heraus. Die Hereingabe erreichte Schönherr am zweiten Pfosten, der problemlos zum 2:1 köpfte. Kurz danach hätten die Templiner noch erhöhen müssen. Wriezens letzter Mann rutschte aus. Vetter reagierte sofort und rannte auf den FSV-Keeper zu. Sein Chip-Versuch segelte über den Torwart, prallte jedoch gegen die Latte. Keine 20 Sekunden später scheiterte Vetter erneut. Der Angreifer erreichte Rodenhagens Flanke nicht ganz und spitzelte den Ball am Kasten vorbei.

Der zweite Durchgang startete mit einem vermeintlichen Vorteil für den SCV. In der 52. Minute spielte Schönherr einen Ball in die Spitze auf Vetter. Letzterer nahm die Kugel mit und wurde kurz vorm Strafraum gefällt. Der Unparteiische zückte zurecht die Rote Karte. Templin konnte die Überzahl aber nicht nutzen, im Gegenteil. In der 67. Minute bekam Wriezen einen Freistoß zugesprochen. Der FSV egalisierte mit einem Kopfball zum 2:2. Die Victoria hätte in Person von Liebold wieder erhöhen können. Sein Schuss ging knapp vorbei. Wriezen drehte die Partie zwei Minuten später. Trapp verschätzte sich bei einem langen Ball. Der Gastgeber spielte die darauf entstehende Überzahl überlegt aus und schockte die Templiner. Der SCV antwortete nur drei Minuten später. Behrens spielte den Ball auf Liebold, der sofort auf Schönherr legte. Letzterer schoss das Leder aus 18 Metern perfekt unten links ins Netz. Und der SCV legte nach. Feldmann warf ein auf Völker. Feldmann erhielt den Ball zurück und spielte auf Schönherr. Dieser setzte sich auf der linken Seite durch und flankte in den Strafraum. Dort legte Liebold auf Vetter ab, der die Kugel ins Tor drosch. So führten die Templiner fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit mit 4:3.

Es folgte eine ereignisreiche Schlussphase. Wriezen kämpfte mit letzter Kraft gegen die Niederlage, Templin verteidigte mit allen Mitteln dagegen. In der 90.+3 rutschte Bierhals viel zu fahrlässig in einen Zweikampf. Auch er sah die Rote Karte. Somit Gleichzahl in den letzten Minuten. Es folgten zahlreiche Flanken des FSVs, die der SCV abwehrte. Wegen Verstoß der Acht-Sekunden-Regel erhielt Wriezen eine letzte Ecke. Auch diese hielt die Victoria vom eigenen Tor fern und konterte selbst noch einmal. Vetter behauptete das Spielgerät an der Mittellinie und marschierte Richtung leeres Tor. Er legte zu spät auf den mitgelaufenen Feldmann, der die Kugel zwar ins Tor schob, aber in der verbotenen Zone stand. Das war dann auch die letzte Szene des Spiels.

Templin entführt drei wichtige Punkte aus Wriezen. Man gab zunächst zwei Führungen zu leicht aus der Hand, kämpfte sich aber sehenswert zurück. Der Schiedsrichter verteilte insgesamt 12 Gelbe und 2 Rote Karten, was das Niveau nicht in Frage stellen, sondern die Intensität der Partie hervorheben soll. So gewinnt Templin nach 99 Minuten mit 4:3 am Bockberg. Es war der erste Sieg in Wriezen seit 29 Jahren.

Aufstellung: Eisenecker, Pächnatz, Völker, Schönherr, Trapp (82. Kassner), Vetter, Bierhals, Rodenhagen, Behrens, Horn (37. Feldmann), Kurzweg (71. Liebold)

Torschützen: 0:1 Rodenhagen (26.), 1:2, 3:3 Schönherr (45.+2), (80.), 3:4 Vetter (85.)