Endlich der erste Sieg für unsere Männer

4. Oktober 2023
Ein Bericht von Jürgen Kern:
 
Mit dem routinierten und bundesligaerfahrenen Schiedsrichter Wendorf hatte dieses brisante Spiel den richtigen Leiter bekommen. Nicht dass beide Seiten übertrieben unfair gewesen wären, aber die Tabellenkonstellation (Templin null und Babelsberg 1 Punkt) machte aus diesem Spiel ein von Anfang an nervöses Spiel.
 
In der 4. setzte sich Scheffler über rechts durch und in der Mitte schloss der überragende Asmus zwar ab, aber es sprang nur eine Ecke heraus. Templin hatte mit Woskowiak von halbrechts seine erste Chance. Nach ersten völlig ausgeglichenen 10 Minuten tauchten erst Scheffler und dann Asmus auf der rechten Seite auf. Beide Male setzten sie sich im Zweikampf gegen Schoof durch. Dessen Knieprobleme wieder zu Tage traten und ihn Trainer Hopp vorsichtshalber durch Zehmke ersetzte (20.). Die Victoria meldete sich mit einem Miksa-Distanzschuss, aber zu schwach für Keeper Goldmund. Überhaupt atmete das Angriffsspiel der Heimelf wenig Gefährlichkeit. Die langen Pässe aus dem Halbfeld kamen entweder nicht an oder konnten nicht behauptet werden. Im Mittelfeld hätte der Ballverlust von Woskowiak beinahe das zu einer weiteren Möglichkeit von Asmus, der das Leder übers Tor setzte (34.). Danach gab es trotzdem einige sehr gute Ballpassagen, die zu Gefahrenmomenten im Babelsberger Strafraum führten. Und so war es auch in der 38.Minute, als Woskowiak im Strafraum attackiert wurde. Der gut postierte Wendorf befand elfmeterwürdig. Collin vollendete eiskalt mit Schuss in die Tormitte zum 1:0. Die erste Hälfte endete mit einem Fernschuss von Asmus, der aber sichere Beute vom fehlerfreien Zurell wurde.
 
Ogar prüfte Keeper Goldmund zu Beginn der 2.Halbzeit. Danach traf ein eher harmloser Distanzversuch von Asmus die Querlatte. Gefährlicher schon die Freistoßsituation in der 49.am Strafraum – aber viel zu unkonzentriert von Völker vergeben. Vier Minuten später war dann Woskowiak in Schussposition: Alles sah danach aus, als ob der Keeper den Ball sicher gehabt hätte. Doch dann rutschte ihm der Ball doch durch die Hosenträger zum 2:0 in die Maschen. Miksa schloss sich in der 60.mit einer Chance an, jedoch nur eine Ecke. Eigentlich alles paletti. Doch Babelsberg drehte auf, energisch zogen sie durch Endeben an die Grundlinie, dessen Eingabe wurde zunächst abgewehrt, aber Erxleben fand die Lücke in der brüchigen Abwehr – nur noch 2:1 in der 63. Kurz darauf öffnete ein langer Pass für Göring den Weg zum Tor und der Zwei-Tore-Vorsprung war endgültig futsch. Schon in der 70.konnte Templin nach einer Babelsberg-Ecke den Ball von der Linie wegschlagen. Das Spiel kam in seine hektische Endphase. Templin tauschte die sich vorher müde gespielten Ohadamere, Ogar und Bierhals gegen frische Kräfte aus. Das Spiel selbst wurde dadurch nicht besser, aber der Druck erhöhte sich. Nach wie vor war die Fehlerquote im Vorwärtsgang einfach zu hoch. Und selbst gute Möglichkeiten wie die vom eingewechselten M.Zajcenko wurden schwach vergeben. Selbst Collin konnte mit seinem Freistoß in der 84.nichts erzwingen. Aber der von Völker meisterhaft getretene Eckball in der 85.auf Schramm brachte den erlösenden Siegestreffer. Einschließlich der Extrazeit waren noch 8 bange Minuten zu überstehen. Zwei Gelbe standen für den Kampfeswillen. Doch Collin war hier noch einmal Turm in der Schlacht.
 
Ein erlöster Hopp konnte mit seinen Mannen diesen verdienten Sieg feiern. Dennoch konnten auch die Babelsberger und ihr Trainer Kähne (mit nur zwei Wechslern auf der Bank) mit ihrer kämpferischen Einstellung nicht so ganz unzufrieden für zukünftige Aufgaben sein.
 
Für Victoria spielte: Jakob Zurell, Onyekachi Ohadomere (65. Oliver Bähn), Johannes Collin, Marcin Bartczak, Felix Schoof (20. Marcel Zehmke), Joan Völker, Tomasz Adam Miksa, Kingsley Eyam Ogar (74. Bright Ibeneme), Adrian Bierhals (65. Maxim Zajcenko), Philipp Schramm, Jakub Woskowiak
 
Tore: 1:0 Collin (38./Elfmeter), 2:0 Woskowiak (53.), 2:1 Erxleben (63.), 2:2 Göring (67.), 3:2 Schramm (85.)
 
Zuschauer: 143